

Als die um 1180 erbaute alte Steinkirche bei der Pfälzischen Kirchenteilung 1705 wieder den Katholiken
zugesprochen wurde, richteten sich die Nieder-Weinheimer Reformierten, der Not gehorchend, eine alte
Scheune als Gotteshaus her. Es stand in der oberen Hälfte der Mittelgasse, unweit des Pfarrhauses, und
mußte 1860 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Die im gleichen Jahr geführten Verhandlungen über einen
Neubau, zogen sich, da Kapital und Grundstück fehlten, bis 1863 hin. Als Baugelände konnte schließlich
das Grundstück hinter der Weed erworben, und bald die Baugenehmigung erteilt werden. Mit dem Bau wurde
begonnen, die feierliche Grundsteinlegung fand am 16. Juli 1863 statt. In den Stein wurde eine
versiegelte Flasche 1862er Wein vom Bürgermeister und eine Silbermünze eingemauert.
Entwurf und
Zeichnung der neuen Kirche wurden vom damaligen Großherzogl. Kreisbaumeister Lindt zu Oppenheim und dem
Bauamtskandidat Wetter entworfen, der Bau selbst wurde vom Großherzogl. Kreisbaumeister Billhardt zu
Oppenheim ausgeführt. Überwacht wurden die fortschreitenden Arbeiten vom Bauaufseher Gramm aus Wörrstadt.
- Dankbar sei auch an die wohlwollende Hilfe des damaligen Kreisrathes Schmidt gedacht. Wichtige
finanzielle Hilfe waren auch die Spenden des Gustav-Adolf Werks.
So konnte schon 1864 die Kirche
fertig gestellt werden. Am 17. Oktober 1864 wurde die Kirche eingeweiht.
Mit der ein Jahr
später, 1865, erstellte Einfriedung des Kirchgartens, waren alle Baumaßnahmen beendet. Die Bausumme
betrug ca. 30000 Goldmark.
Quelle: Werner Maurer